
Bei der Wahl eines Kamerasystems liegt der Fokus meist auf den Kameras – ihrer Auflösung, ihrem Bildwinkel oder der Nachtsicht. Ebenso wichtig ist jedoch der Rekorder, der die Aufnahmen speichert, verarbeitet und zugänglich macht. Ohne einen richtig gewählten NVR oder DVR können auch hochwertige Kameras nicht voll ausgeschöpft werden.
Auf dem Markt finden Sie zwei grundlegende Rekordertypen – NVR (Network Video Recorder) für IP-Kameras und DVR (Digital Video Recorder) für analoge Kameras. Die Wahl zwischen ihnen hängt vor allem vom Kameratyp ab, den Sie einsetzen möchten, die Unterschiede reichen jedoch auch bis zur Anzahl der Kanäle, der Art der Datenübertragung oder den Erweiterungsmöglichkeiten des Systems.
Der Unterschied zwischen NVR und DVR
Ein NVR-Rekorder verarbeitet das Bild, das ihm die Kameras bereits digitalisiert über das Netzwerk senden (per Kabel oder über einen PoE-Switch), während ein DVR ein analoges Signal direkt über ein Koaxialkabel empfängt und erst der Rekorder selbst es digitalisiert. Dadurch haben NVR-Systeme eine einfachere Verkabelung (ein Kabel für Strom und Daten zugleich über PoE) und erreichen in der Regel eine höhere Aufnahmeauflösung. DVR-Systeme sind hingegen oft günstiger und eignen sich vor allem bei der Modernisierung einer älteren analogen Verkabelung, bei der ein Wechsel zu Netzwerkleitungen kostspielig wäre.
Kanalanzahl und Festplattenkapazität
Rekorder werden in verschiedenen Größen angeboten – von 4-Kanal-Modellen für kleinere Wohnungen bis hin zu 32- oder 64-Kanal-Geräten für Unternehmen und Industrieobjekte. Berücksichtigen Sie bei der Wahl nicht nur die aktuelle Kameraanzahl, sondern auch eine Reserve für die Zukunft – der Kauf eines größeren Rekorders wegen einer einzigen zusätzlichen Kamera lohnt sich nämlich nicht. Ebenso wichtig ist die Kapazität und der Typ der Festplatte, denn von ihr hängt ab, wie lange die Aufnahmen gespeichert bleiben.
Funktionen, auf die man achten sollte
Achten Sie beim Vergleich einzelner Modelle vor allem auf folgende Eigenschaften:
- Unterstützung der Kameraauflösung (Full HD, 4K und höher) und maximale Bildwiederholrate
- Anzahl der PoE-Ports bei NVR-Rekordern – so sparen Sie sich einen separaten Switch
- Fernzugriff über eine mobile App oder eine Weboberfläche
- Bewegungserkennung, Linienüberschreitung oder Gesichts- und Fahrzeugerkennung
- Möglichkeit, zwei oder mehr Festplatten für größere Kapazität oder Datensicherung anzuschließen
Welchen Rekorder je nach Installationstyp wählen
Wenn Sie ein Kamerasystem von Grund auf aufbauen oder ein älteres analoges System auf IP-Kameras umrüsten, lohnt es sich eindeutig, zu einem NVR-Rekorder mit PoE-Ports zu greifen – das vereinfacht sowohl die Installation als auch künftige Erweiterungen. Verfügen Sie hingegen bereits über eine funktionierende Koaxialverkabelung und möchten nur alte Kameras erneuern, spart Ihnen ein DVR-Rekorder (meist in der 4-in-1-Ausführung, die auch IP-Kameras zur Ergänzung verarbeiten kann) die Kosten für eine neue Verkabelung.
Zusammenfassung
Die Wahl des Rekorders sollte Hand in Hand mit der Wahl der Kameras gehen – NVR für IP-Kameras bietet eine höhere Aufnahmequalität und eine einfachere Verkabelung, DVR ist wiederum die praktische Wahl bei Nutzung der vorhandenen analogen Infrastruktur. Achten Sie bei beiden Typen auf eine ausreichende Kanalanzahl, Festplattenkapazität und die Funktionen, die Sie tatsächlich nutzen werden.








