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Nachtsicht von Kameras: Infrarot-, Full-Color- und Starlight-Technologien

Nachtsicht von Kameras

Die meisten Sicherheitsvorfälle ereignen sich nicht tagsüber, sondern nachts oder bei eingeschränkter Sicht. Deshalb ist die Qualität der Nachtsicht einer der wichtigsten Parameter bei der Kamerawahl – sie entscheidet darüber, ob Sie auf der Aufnahme im Dunkeln ein Gesicht oder ein Kfz-Kennzeichen erkennen können oder nur eine verschwommene Silhouette.

Hersteller bieten heute mehrere Nachtsicht-Technologien an, die sich sowohl im Funktionsprinzip als auch im Erscheinungsbild der Nachtaufnahme unterscheiden – von klassischen Schwarz-Weiß-Infrarotbildern bis hin zu farbiger Nachtsicht.

Infrarot-(IR-)Sicht

Klassische Infrarotkameras nutzen IR-LEDs, die die Szene mit für das menschliche Auge unsichtbarem Licht beleuchten. Die Kamera erfasst dieses Licht und erzeugt ein Schwarz-Weiß-Bild, das auch in völliger Dunkelheit ausreichend kontrastreich ist. Es handelt sich um die verbreitetste und preislich zugänglichste Technologie, ihr Nachteil ist lediglich die Schwarz-Weiß-Aufnahme ohne Farbdetails.

Full-Color-Nachtsicht

Kameras mit Full-Color-Technologie (oft auch als ColorVu bezeichnet) können dank eines größeren Sensors und einer lichtstärkeren Objektivblende, gegebenenfalls unterstützt durch eine zusätzliche weiße LED-Beleuchtung, auch bei sehr geringer Lichtintensität ein Farbbild erfassen. Der Vorteil ist, dass Sie auf der Aufnahme die Farbe von Kleidung oder Fahrzeug erkennen können, was die Identifizierung deutlich erleichtert. Nachteilig kann die störende weiße Ausleuchtung des Bereichs oder ein etwas höherer Preis sein.

Starlight-Technologie

Starlight-Sensoren sind so konzipiert, dass sie auch bei extrem geringer Beleuchtung (zum Beispiel nur bei Sternenlicht oder einer entfernten Straßenlaterne) möglichst viel verfügbares Licht einfangen, ohne dass eine Zusatzbeleuchtung nötig ist. Das Ergebnis ist ein farbiges oder nahezu farbiges Bild auch unter Bedingungen, bei denen eine gewöhnliche Kamera in den Schwarz-Weiß-Modus wechseln würde. Diese Technologie liegt preislich höher, bietet jedoch das beste Verhältnis zwischen Qualität des Nachtbilds und Diskretion ohne störende Beleuchtung.

Welchen Typ wählen

Berücksichtigen Sie bei der Wahl vor allem folgende Gesichtspunkte:

  • Infrarotkameras genügen für die übliche Überwachung von Eingängen, Höfen und weniger exponierten Bereichen
  • Full-Color-Kameras lohnen sich dort, wo die Farberkennung wichtig ist (Einfahrten, Parkplätze, Firmeneingänge)
  • Wählen Sie Starlight-Kameras bei sehr dunklen Standorten ohne öffentliche Beleuchtung oder dort, wo Sie keine störende Zusatzbeleuchtung wünschen
  • Kombinieren Sie die Technologien je nach den einzelnen Punkten im System – nicht jede Kamera benötigt die teuerste Technologie

Zusammenfassung

Es gibt keine einzige universell beste Nachtsicht-Technologie – die Wahl hängt von der Beleuchtung des Standorts, dem Budget und davon ab, ob Sie Farbdetails benötigen oder eine Schwarz-Weiß-Aufnahme ausreicht. Durch die Kombination verschiedener Kameratypen innerhalb eines Systems erzielen Sie das beste Verhältnis zwischen Aufnahmequalität und Preis.