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Kameraobjektive und Brennweite: wie man den richtigen Bildwinkel wählt

Kameraobjektive und Brennweite

Auflösung und Nachtsicht sind Parameter, auf die bei der Kamerawahl fast jeder achtet. Weniger Aufmerksamkeit wird dem Objektiv und seiner Brennweite geschenkt, obwohl gerade diese darüber entscheidet, wie groß der von der Kamera erfasste Bereich ist und mit welchem Detailgrad.

Ein falsch gewähltes Objektiv kann bedeuten, dass die Kamera zwar einen weiten Bereich erfasst, das Gesicht einer Person darauf aber nicht erkennbar ist – oder umgekehrt, dass sie nur einen schmalen, detaillierten Ausschnitt zeigt und der Rest des Hofs außer Sicht bleibt.

Was ist die Brennweite

Die Brennweite wird in Millimetern angegeben und bestimmt den Bildwinkel des Objektivs. Ein niedrigerer Wert (zum Beispiel 2,8 mm) bedeutet einen weiteren Bildwinkel, die Kamera deckt also einen größeren Bereich ab, wobei Objekte am Rand und in der Mitte kleiner und weniger detailliert erscheinen. Ein höherer Wert (8 mm und mehr) verengt hingegen den Bildwinkel, vergrößert und schärft jedoch die Details in der Mitte der Szene.

Weitwinkelobjektive

Kameras mit Weitwinkelobjektiv (2,8–4 mm) eignen sich zur Überwachung größerer Bereiche wie Hof, Parkplatz oder Eingangshalle, wo ein Überblick über die gesamte Fläche wichtig ist. Der Nachteil ist, dass bei größerer Entfernung von der Kamera Details (Gesicht, Kennzeichen) verloren gehen.

Teleobjektive und Detailvergrößerung

Objektive mit längerer Brennweite (8–12 mm und mehr) eignen sich dort, wo eine detaillierte Aufnahme eines bestimmten Punkts benötigt wird – zum Beispiel Eingangstür, Tor oder Kasse. Der verengte Bildwinkel bedeutet, dass ein kleinerer Bereich abgedeckt wird, dafür aber mit deutlich höherem Detailgrad.

Variable (motorisierte) Objektive

Bei Kameras mit motorisiertem Objektiv (sogenannten Varifokal-Kameras) können Sie die Brennweite bei Bedarf ferngesteuert anpassen, was mehrere Vorteile bringt:

  • Möglichkeit, den Bildwinkel erst nach der Installation feinabzustimmen, ohne die Kamera austauschen zu müssen
  • Eine einzige Kamera kann mehrere Szenarien abdecken – weiten Überblick und vergrößerte Details
  • Einfachere Anpassung der Kamera an Änderungen in der Umgebung (neues Hindernis, veränderte Raumaufteilung)
  • Höherer Anschaffungspreis im Vergleich zu einer Kamera mit Festbrennweite

Zusammenfassung

Bei der Kamerawahl sollten Sie nicht nur über die Auflösung nachdenken, sondern auch darüber, was genau Sie erfassen möchten – einen weiten Überblick oder das Detail eines bestimmten Ortes. Die Kombination aus Weitwinkelkameras für den Überblick und Kameras mit längerem Objektiv für kritische Punkte (Eingang, Tor) ist oft die beste Lösung für ein gesamtes Objekt.