
Ein hochwertiges Kamerasystem ist immer nur so gut, wie lange es Aufnahmen speichern kann. Kapazität und Typ der Festplatte im Rekorder gehören daher zu den zentralen, aber oft unterschätzten Entscheidungen beim Aufbau eines Kamerasystems.
Bei der Wahl des Speichers sind zwei Faktoren zu berücksichtigen – auf welche Weise die Festplatte Daten speichert (Festplattentyp) und wie viele Daten gespeichert werden müssen (Kapazität in Abhängigkeit von Kameraanzahl, Auflösung und Speicherdauer).
HDD vs. SSD für Kamerasysteme
Klassische mechanische Festplatten (HDD), die speziell für Sicherheitskameras entwickelt wurden, zum Beispiel die Serien WD Purple oder Seagate SkyHawk, sind für durchgehendes Schreiben 24 Stunden am Tag optimiert und bieten das beste Preis-Kapazitäts-Verhältnis. SSDs sind schneller und stoßfester, bei gleicher Kapazität jedoch deutlich teurer, weshalb sie in gewöhnlichen privaten und geschäftlichen Installationen eher selten eingesetzt werden – etwa in mobilen oder industriellen Lösungen, die Vibrationen ausgesetzt sind.
Wie man die benötigte Kapazität berechnet
Die Größe des benötigten Speichers hängt von drei Hauptvariablen ab: der Anzahl der Kameras, ihrer Auflösung (und damit der Datenrate – Bitrate) sowie der Anzahl der Tage, für die Sie die Aufnahmen speichern möchten. Eine Kamera mit 4-Megapixel-Auflösung benötigt bei durchgehender Aufzeichnung etwa 1-2 GB pro Stunde, während eine 8-Megapixel-(4K-)Kamera sogar das Doppelte benötigen kann. Berücksichtigen Sie bei der Berechnung auch, ob das System durchgehend oder nur bei Bewegungserkennung aufzeichnet, was den Speicherbedarf deutlich senken kann.
Praktisches Beispiel
Bei einem System mit 4 Kameras in 4-Megapixel-Auflösung und durchgehender Aufzeichnung sollten Sie mit etwa 5-8 GB Daten pro Kamera und Tag rechnen, also insgesamt rund 20-32 GB pro Tag für das gesamte System. Bei einer gewünschten Speicherdauer von 30 Tagen benötigen Sie somit eine Festplatte mit einer Kapazität von mindestens 1 TB, in der Praxis wird jedoch empfohlen, eine Reserve einzuplanen und eine Festplatte mit 2 TB oder mehr zu wählen.
Tipps zur Datensicherung
Neben der Wahl der Festplatte lohnt es sich, auch an die Sicherung der Aufnahmen zu denken:
- Rekorder mit zwei Festplatteneinschüben ermöglichen eine Datenspiegelung (RAID 1) für mehr Sicherheit
- Wichtige Aufnahmen können Sie auf eine externe Festplatte oder in einen Cloud-Speicher exportieren
- Überprüfen Sie regelmäßig den Zustand der Festplatte (SMART-Diagnose) und planen Sie deren Austausch nach 3-5 Jahren durchgehendem Betrieb ein
Zusammenfassung
Bei der Wahl der Festplatte für ein Kamerasystem lohnt es sich in den meisten Fällen, zu einer HDD zu greifen, die direkt für die durchgehende Überwachungsaufzeichnung konzipiert ist. Berechnen Sie die Kapazität anhand der Anzahl der Kameras, ihrer Auflösung und der geplanten Speicherdauer der Aufnahmen – und vergessen Sie nicht, eine angemessene Reserve einzuplanen.


